Die ganze Region nahe der Stadt Siam Reap bildete vom 9. bis zum 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Königreiches Kambuja. Am Hoehepunkt des Reiches sollen dort -so vermutet man- bis zu einer Millionen Meenschen auf 1000 km² gewohnt haben. Weltbekannt wurde Angkor durch die noch heute sichtbaren Zeugnisse der Baukunst der Khmer in Form einzigartiger Tempelanlagen - allen voran durch den Angkor Wat, den größten Tempelkomplex der Welt.
Ich habe mich bei meiner Torplanung an Rosis Rat gehalten und bin, genau wie er vor drei Jahren (auf seiner Page gibt es auch noch mehr Infos und Bilder ueber Angkor), antizyklisch vorgegangen. Dieser Tip und die Tatsache, dass gerade Nebensaison ist, bescherten mir einen Tag, an dem ich an vielen Tempeln fast alleine war. Keine schiebenden Tourimassen, yeah!
Dafuer musste ich aber auch frueh aufstehen. Morgens um fuenf lies ich mich von meinem Mopedfahrer am Guesthouse abholen, um mir den Sonnenaufgang anzuschauen. Die meisten Touris begeben sich hierzu zum Angkor Wat. Ich hingegen lies mich zum Phnom Bakheng fahren, ein Tempel, der auf einem 55 Meter hohem Huegel errichtet worden ist. Mein Fahrer hat mich am Fuss des Huegels abgesetzt, im Halbdunkel hochlaufen (naja, bin eher gerannt, war ein bischen spaet dran...) musste ich selber. Verschwitzt oben angekommen musste ich dann noch die Stufen des 13 Meter hohen Tempels erklimmen und in der Ferne konnte ich schon langsam die Sonne aufgehen sehen.
Ich sass bestimmt eine Stunde da oben und hab einfach nur in die Ferne geblickt. Traumhaft!

Sonnenaufgang Phnom Bakheng

Aussicht vom Phnom Bakheng
Der naechste Stop war am Bayon, einem Tempel, der vor allem fuer seine Türme mit meterhohen aus Stein gemeißelten Gesichtern bekannt ist. Er liegt im Angkor Thom (heisst soviel wie „Große Hauptstadt“), das ab Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts als neue Hauptstadt des Angkorreichs errichtet wurde. Nachdem ich mir den Bayon angeschaut hatte hab ich mir Fruehstueck geholt und bin ich noch ein wenig durch Angkor Thom geschlendert.

Steinernes Gesicht im Bayon
Anschliessend gings zum Preah Khan einem verhältnismäßig gut erhaltene Komplex aus dem späten 12. Jahrhundert. Der Hauptteil des Tempels hat einen kreuzfoermigen Grundriss, in dessen Mitte eine kleine Stupa steht. Von diesem zentralen Punkt gehen vier Gaenge aus, in die durch mehrere Spalten Licht einfaellt. Man kommt sich vor wie in einem Gewirr aus Tunneln. Tatsaechlich wurde Preah Khan aber als Kloster genutzt und beherbergte bis zu 1000 Moenchen.
Auf den naechsten Tempel freute ich mich besonders: Ta Phrom. Er ist beruehmt fuer die Baeume (Wuergefeigen), die auf seinen Mauern wachsen. Es scheint fast so, als wuerde die Natur sich ihr Land zurueckholen und den Tempel verschlingen.

Gewaltige Wuergefeige im Ta Prohm
Der letzte Halt war dann die groesste und bekannteste Tempelanlage der Region: Angkor Wat. Die Anlage ist von einem Wassergraben umgeben und misst in West-Ost-Richtung knapp 1,5 km und in Nord-Süd-Richtung knapp 1,3 km. Der Wassergraben ist zwischen 170 und 190 Meter breit und umschließt das innere Areal. Im Zentrum steht ein markanter Tempel mit fünf nach Lotusblüten geformten Türmen. Der größte Turm ist 65 m hoch. Ich bin ewig durch die Gaenge des Tempels gelaufen und hab mir die Waende, die haufig mit steinernen Figuren dekoriert sind angeschaut. Ueberall bin ich mal stehen geblieben, hab mich irgendwo hingesetzt, ausgeruht und die Parkanlage rings um den Tempel betrachtet. Leider konnte ich keinen der Tuerme besteigen, sie waren alle gesperrt (zum Schutz vor weiterem Zerfall). Ein Waechter hat mir fuer 10 Dollar Bestechungsgeld den Aufstieg angeboten, aber ich habe abgelehnt.

Haupttempel Angkor Wat

Kaum was los hier
Als ich Angkor Wat verliess, wartete schon mein Fahrer auf und brachte mich zurueck ins Guesthouese. Ich war zwar hundemuede und tropfnass geschwitzt, aber dieser tag war ein einzigartiges Erlebnis, an das ich mich wohl noch lange erinnern werde!
Hier sind noch einige Bilder mehr...
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